28.08.2000 - 12.09.2000
Nach 4 1/2 Stunden sind wir in Hurghada angekommen. Dort fing dann das Abenteuer Ägypten so richtig an. Auf uns wartete dort ein sehr kleiner Flughafen, in dessen Ankunftshalle gerade mal so alle Passagiere der Maschine Platz gefunden haben. Dann noch ungefähr eine Stunde wegen Einreisevisum, Koffer etc. anstehen und dann ging es in den Bus. Von dort aus ging es dann zum alten und somit 3. Flughafen an diesem Tag. Auf diesem wurde gerade mächtig gebaut. Eine einzigartige Baustelle. Chaos ohne Ende.
Da auf dem Flughafen alles in Arabisch dran stand war die Verwirrung komplett. Aber zumindest hatten wir unsere Koffer. Immerhin etwas. Schließlich wurde unser Anschlußflug nach Luxor aufgerufen und das ganze Einchecken ging von neuem los. Also wieder durch den Zoll, wieder Paßkontrolle und die Fotos wurde auch schon zum X-ten Mal durchleuchtet.
Danach ging dann alles sehr schnell und unkompliziert. Kurz rein in die Abflughalle, 10 Minuten
gewartet und schon ging es in den Shuttle-Bus zum Flugzeug.
Auf der Fahrt dorthin wurde es immer dunkler und einsamer. Alle großen Maschinen hatten wir schon
passiert.
"Wo will der denn mit uns hin? Da vorn steht doch nur noch eine 2 motorige
Proppellermaschine. Ist ja richtig was für das Museum. Gut daran vorbei... Aber Moment mal.
Wieso dreht denn der Busfahrer jetzt? Und wieso steuert er genau auf die Museumsmaschine zu?
Oh nein - wir werden doch wohl nicht damit fliegen?
... Und doch. Da hinten kommen auch schon die Koffer." Damit stand es dann fest. Auf gehts nach Luxor, mit einer Proppellermaschine!!!
"Oh Mann, oh schrecklich, was nu?"
Als nächstes kamen dann 2 (wahrscheinlich) Techniker mit Taschenlampen an.
Schließlich war das Flugzeug ja noch völlig dunkel. Der eine also mit seiner Funzel zum Flugzeug
und rein. Der andere hat sich in der Zwischenzeit das Flugzeug von unten angesehen.
Ein bißchen hierhin geleuchtet und ein bißchen dahin und schon wurde das Flugzeug für
Einsatzbereit erklärt. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um die ägyptische Version eines
Technikchecks. Und wir haben uns die ganze Sache vom Bus aus angesehen. "Sehr beruhigend.
Fanden wohl auch die anderen Passagiere, wenn ihre fragenden und unsicheren Gesichter
etwas aussagen sollten."
5 Minuten hatte die Überprüfung gedauert und mittlerweile hatte der andere "Techniker" dann endlich den Lichtschalter gefunden. Plötzlich leuchteten Cockpit und Kabine. Auch wenn das Licht in der Kabine noch ein wenig schwankte. Schließlich durften wir aussteigen und uns zum Flugzeug begeben. Wie aus heiterem Himmel waren dann sogar Pilot und Co-Pilot im Cockpit. Wahrscheinlich handelten es sich dabei um einen der Techniker und den Busfahrer. Auch die, plötzlich in der Tür wartenden, Flugbegleiterinnen müssen irgendwie durch einen Geheimgang in die Maschine gekommen sein. So oder die waren schon die ganze Zeit über in der dunklen Maschine und warteten nur auf ihren Auftritt.
Nun dann auf gings. Wenn es auch reichlich eng war, so gab es doch wesentlich mehr Beinfreiheit
als im Airbus. Immerhin etwas. Selbst der Getränkewagen hat duchr den Mittelgang gepaßt.
Was will man mehr. Und das allerwichtigste: die Proppeller sind angesprungen! Auch wenn wieder
das Licht in der ganzen Kabine an- und ausging.
Man war das laut in dem Flugzeug. War übrigens eine Dash (für alle Flugzeug-Liebhaber).
Zur allgemeinen Beruhigung - die Sorgenfalten waren nämlich noch immer deutlich auf den
meisten Gesichtern zu erkennen - gab es ein wenig aufheiternde Musik.
Und was gab es da passenderes als mit Celine Dion's "My heart will go on" vom Titanic-
Soundtrack in die rabenschwarze Nacht von Ägypten in den Himmel aufzusteigen?
Zum Glück hat sich zwischen dem Song immer wieder Leonardo Di Caprio alias Jack zu Wort
gemeldet und verkündet: "Wir werden nicht untergehen. Wir werden das überleben."
Na da ging es mir doch gleich viel besser !!!
Trotz einiger Turbulenzen sind wir dann ca. 35 Minuten später sicher in Luxor gelandet.
Jetzt noch die Koffer abgeholt und schon ging es weiter zu unserem Schiff. Auch wenn wir
letztendlich ein anderes Schiff bekommen hatten. Aber na ja, was soll's.
Jedenfalls hatte ich es geschafft. Ich war an meinem Ziel. ...
Und damit man auch ja alles sieht, stehen genügend "Offizielle" herum, die einen hierhin und dorthin führen nur damit man diese und jene Säule aus einer andren Perspektive sieht. Natürlich wird dafür dann gleich ein Trinkgeld erwartet. Als wenn man die Stellen nicht auch alleich gefunden hätte. Selbst die Armee ist, gegen einen kleinen Aufpreis, nicht abgeneigt diese Dienste ebenfalls anzubieten.
Luxor war ebenfalls sehr schön, aber nach der großzügigen Anlage in Karnak, erheblich kleiner.
Hier waren vor allen Dingen die sehr gut erhaltenen Kolossstatuen und sehr schönen Säulen
sehenswert.
Am Abend hatte man dann Zeit sich Luxor anzusehen. Immer darauf bedacht den zahlreichen Kutschenfahrern aus dem Weg zu gehen. Selbst wenn man es geschafft hat sich auf einen annehmbaren Preis zu einigen, heißt das noch lange nicht, daß dieser am Ende der Fahrt noch Bestand hat. Und so kommt man leicht in eine langwierige Diskussion, bei der man sich auch schon mal auf Beschipfungen einlassen muß.
Nach einem tollen Sonnenaufgang im Angesicht der Kolosse ging es anschließend weiter zum
Tal
der Könige. Von den über 65 gefundenen Gräbern konnten wir uns 3 Gräber ansehen, von denen
mir jedoch die Namen entfallen sind.
Leider wurde mir gleich am Eingang die Camera abgenommen, so daß ich mich einzig und allein
auf meinem Fotoaparat verlassen mußte. Na ja und mit einem 200er Film und dazu noch ohne Blitz
war auf den Bildern dann doch nicht allzu viel zu erkennen.
Zum Glück will ja in Ägypten jeder irgendwie zu Geld kommen und so standen dann auch gleich
die Postkartenverkäufer parat. Ein bißchen Handeln und schon hat man wenigsten ein paar schöne
Andenken an die Grabkammern.
Nach Verlassen des Tals haben wir uns eine Handwerksstube angesehen, in der man schöne oder weniger schöne Objekte aus Speckstein erwerben konnte.
Danach ging es dann weiter zum Tempel der Hatschepsut. Man wieder so eine riesige Anlage.
Leider nicht mehr so gut erhalten wie z.B. Karnak oder Luxor. Dafür sind einige Farbmotive
noch immer sehr gut zu erkennen. Bis ganz nach oben kam jedoch nicht. Ich vermute mal, daß sich
dort noch eine Halle oder ein Innenhof befunden hat.
Danach ging es dann wieder zurück zum Schiff. Genug Kultur für heute.
Und so stand der Nachmittag dann ganz im Zeichen von Sonnen auf dem Oberdeck unseres Schiffes. Hat schon was für sich so oben auf dem Schiff zu liegen und voll den Überblick üder das rege Treiben in Luxor zu haben.
Nachdem wir seit Montag vor Anker gelegen haben, war es nun Zeit abzulegen. Am Abend wurden die
Planken eingezogen und los gings in Richtung Edfu.
Was für ein Anblick! Mehr mehr als hundert Schiffe lagen am Ufer von Luxor vor Anker.
Mittlerweile war es 23:00 Uhr und stockdunkel, so daß alle Schiffe volle Beleuchtung an hatten.
Einfach toll an all diesen Schiffen vorbeizufahren. Auf gehts zur nächsten Kulturstätte.
In Edfu haben haben wir und den Hosus Tempel angesehen. Wow kann ich nur sagen. Der Tempel ist
ja noch besser erhalten. Die Farben sind zum Teil noch sehr gut zu erkennen und vor allen sind
die Kartuschen noch heile. Außderm gibt es immer noch eine Säulenhalle mit einem Dach.
Daß sich der Tempel in einem so guten Zusatnd befindet, liegt daran, daß er vollkommen mit Sand
bedeckt war.
Man könnte den Eindruck gewinnen, daß der Tempel in letzter Zeit erst bearbeitet wurde.
Danach hatten wir noch ein bißchen Zeit uns auf dem Bazar vor dem Tempel umzusehen. Ganz schön hartes Unterfangen mit langen, blonden Haaren. Aber ich habe es geschafft und bin wieder mit zurück aufs Schiff gekommen.
Nach dem Mittag hat unser Schiff wieder abgelegt und Edfu verlassen. Es ging weiter Richtung Assuan. Viel gibt es ja während so einer Schiffahrt nicht zu tun. Also habe ich mir die Gegend angesehen und mich von der, zum Teil bizarren, Landschaft am Nil verzaubern lassen. Der breite Nil, zu beiden Seiten ein kleiner Streifen grün und dann sofort Sanddünen oder Felsen. Und immer wieder kleine Dörfer.
Am späten Abend sind wir dann in Assuan angekommen. Wieder so ein schöner Anblick wie in Luxor. Ein Unmenge an Schiffen - alle hell erleuchtet.
Danach ging es dann zu dem Ises- oder auch Philae Tempel. Dieser Tempel befindet sich auf der
Insel Agillika mitten im Nil. Ursprünglich befand sich der Ises Tempel auf einer Nachbarinsel.
Doch durch den Bau des Staudamms wurde er geflutet und mußte umgesetzt werden.
Mit einem Budget von 30 Mio US Dollar wurde diese Aktion in 8 Jahren durchgeführt.
Und auch dieser Tempel ist in einem sehr guten Zustand. Einfach unglaublich mit welch genauen
Details die Figuren dargestellt wurden.
Von der Insel hat man einen herrlichen Ausblick. Außerdem kann man die Staumauern des nicht weit
entfernten Staudamms sehen.
Anschließend haben wir noch den unvollendeten Obelisken im Steinbruch von Assuan besucht. Aufgrund der schlechten Qualität des Gesteins wurde der Obelisk nie vollendet und liegt noch immer im Steinbruch. Aufgerichtet hätte der Obelisk eine Höhe von 42 Metern und ein Gewicht von 1150 Tonnen.
Nach dem Mittagessen sind wir dann mit einem typischen Felukkenboot zur Lord Kitchener Insel gefahren. Ist schon lustig wenn nach der Hälfte der Strecke plötzlich der Wind nachläßt. Dann steht man da erstmal ganz schön blöd auf dem Nil rum. Dort wurde vor einiger Zeit ein botanischer Garten angelegt. Un dauch hier wieder der krasse Gegensatz. Da steht man inmitten riesiger grüner Pflanzen und nur wenige Meter entfernt ragen die hohen Sanddünen auf.
Am Nachmittag wurde es dann wieder abenteuerlich. Mit dem Boot ging ans andere Ufer zu einem typisch nubischen Dorf. Zum Dorf brachte uns dann ein Kamel. Obwohl ich das eigentlich in Tunesien schon mal gemacht habe, war es doch eine ganz neue Erfahrung. Während die Kamele in Tunesien langsam dahin gewandert sind, wurden diese hier angetrieben. Und so legte ich den Weg zum Dorf dann im Sprint zurück. Auch wenn ich im letzten Drittel des Feldes gestartet bin, so kam ich doch als erste im Dorf an. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn das Kamel auf der Spitze der Sanddüne langrennt und man neben sich nur einen steilen Abhang hat der hinunter in den Nil führt. Wer da nicht aufgepaßt hat, der hatte ganz schnell mal ein paar Äste mitgenommen.
Am Abend oder doch wohl eher Sonntag ganz früh hat unser Schiff in Assuan wieder abgelegt.
Auch hier war ich wieder sehr beeindruckt. Diemal vor allen Dingen wegen der Farbe an den Säulen und Wänden. Sieht aus als wäre erst vor kurzem eine Malerfirma dagewesen. Einfach unglaublich.
Danach ging es dann auf den langen Weg nach Luxor zurück. Na ja, so lang war die Strecke eigentlich gar nicht, aber da wir an der Schleuse in Esna 5 Stunden warten mußten, zog sich das ganze natürlich sehr in die Länge. Angekommen sind wir dort gegen 16:30 Uhr. Weiterfahren konnten wir jedoch erst um 22:00 Uhr. Wenn man das vorher gewußt hätte, dann hätte man sich ja auch noch den Tempel ins Esna ansehen können.
Trotzdem ist einem die Zeit dort nicht lang geworden. Es war sehr interessant den Verkäufern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Mit kleinen Booten fahren sie an die großen Kreuzfahrtschiffe heran und preisen ihre Ware an. Weil sie nicht auf die Schiffe dürfen, verpacken sie ihre Waren und werfen sie hinauf zu den Passagieren. Dann wird gehandelt und je nach dem wirft man entweder das verlangte Geld oder die Ware wieder runter.
Danach ging es dann leider ans Packen. Aber damit wollte ich den Abend nicht enden lassen und so bin ich wieder an Deck gegangen. Dort habe ich es mir in einer Liege bequem gemacht und habe die Nachtfahrt auf dem Nil auf mich einwirken lassen. Einfach herrlich. Gegen 01:00 Uhr sind wir dann wieder in Luxor eingelaufen. Wieder dieser tolle Anblick und ich hatte bei keinem Mal meine Camera dabei. Traurig.
Mit einem letzten Blick auf Luxor ging es dann zum Flughafen. Wieder das bekannte ägyptische Chaos beim Einchecken und dann ging es wieder zu supertollen Proppellermaschine. "Oh Schreck." Im hellen sah die Maschine ja noch klappriger und geflickter aus als im dunkeln. Diesmal konnte sich sogar jemand während des Startes ins Cockpit setzen. Wahrscheinlich war der Co-Pilot krank und ein Touri mußte deshalb seine Aufgaben übernehmen.
Nachdem das Flugzeug über Hurghada durch den starken Wind mehrmals absackte, sind wir dann doch wieder halbwegs sicher gelandet. Was für ein Segen, wenn man wieder festen Boden unter sich hat.
Anschließend ging es dann zum Hotel aber vielleicht wäre die Bezeichnung Hotelstadt passender. Eine riesige Hotelanlage wartete in Hurghada auf uns. Der Strand war fast 800 Meter lang. Der Hotelkomplex hatte dieselben Ausmaße.
Der Tag war wohl einer der stressigsten in meinem Leben. Ingesamt habe ich 13 Stunden lang im Bus gesessen. Viel Zeit zum Angucken blieb da natürlich nicht. Es ist wohl besser, wenn man 3 Tage in Kairo bleibt und sich allesin Ruhe ansieht.
Als erstes ging es zum ägyptischen Museum. Leider konnte ich auch hier meine Videocamera
nicht mitnehmen, da die Fototickets einfach mal ausverschämt teuer waren. Fast 70 DM
für das Filmen im Museum - Nein danke.
Also mußte der Fotoaparat reichen. Am Ende hatte ich ein ganze Menge tolle Fotos gemacht.
Schade nur, daß man im Museum überhaupt keine Zeit hatte sich alles anzusehen. Es war ein
einiges durchrennen. Eigentlich würde man bestimmt einen halben Tag brauchen, wenn nicht
sogar noch länger.
Danach ging es weiter zu den Pyramiden und der Sphinx. Obwohl ich ehrlich gesagt enttäuscht
war. Nach den großartigen Tempeln wirkten die Pyramiden und die Sphinx richtig fad und
langweilig. Weder Malereien noch Inschriften - Nicht. Außerdem kamen wir nur in die
kleine Pyramide. Dort wurde man so richtig veralbert. Man konnte zwar in die Pyramide,
jedoch nicht in die eigentliche Grabkammer, sondern nur in eine unterirdische Kammer.
Bis auf die Tatsache, daß man dort saunaähnliche Bedingungen hatte, gab es nichts weiter
sehenswertes. Echt langweilig.
Das gleiche galt dann anschließed auch für die Sphinx. Keine Zeit und wenig zu sehen.
Trotzdem sind die Bauten sehr beeindruckend.
Am Montag Abend ging es dann leider wieder zurück nach Deutschland. Aber da es in
diesem Land noch soviel zu sehen gibt, werde ich bestimmt nochmal hinfahren.
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